Zinseszins-Rechner

ETF-Sparplan-Strategie — wie der Zinseszins im Depot greift

ETF-Sparpläne sind das beste Standard-Werkzeug für langfristigen Vermögensaufbau. Welcher ETF, wie viel sparen, wann rebalancen — und wie der Zinseszins-Effekt im Depot greift.

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Keine Anlageberatung. Allgemeines Wissen — bei konkreten Anlageentscheidungen Honorarberater oder Verbraucherschutz hinzuziehen.

Welcher ETF?

Faustregel: ein einziger Welt-ETF reicht für 90 % der Anleger. Beispiele:

  • MSCI World (~1 600 Aktien aus 23 Industrieländern) — TER 0,2 %
  • FTSE All-World (~4 200 Aktien inkl. Schwellenländer) — TER 0,22 %
  • MSCI ACWI (~3 000 Aktien inkl. Schwellenländer) — TER 0,2 %

Wichtig: thesaurierend (reinvestiert Ausschüttungen automatisch — Zinseszins-Effekt bleibt im Depot) oder ausschüttend (Ausschüttungen aufs Konto, eigener Aufwand für Reinvest, dafür einfacher beim Sparerpauschbetrag- Ausnutzen).

Wie viel sparen?

Faustregeln nach Lebenssituation:

  • Berufseinsteiger: 50 – 100 €/Monat — wichtig ist die Gewohnheit
  • 30 – 40 Jahre, mittleres Einkommen: 200 – 400 €/Monat
  • 40 – 50 Jahre, gut verdienend: 500 – 1 000 €/Monat
  • 50 – 60 Jahre vor Renteneintritt: ggf. 1 000 €+ als „Sprint“ zur Vorsorge

10 – 15 % des Netto-Einkommens ist eine bewährte Quote.

Welche Broker?

Kostenführerschaft entscheidend. Aktuell günstig:

  • Trade Republic — kostenloser Sparplan, gute App, eingeschränkte Wertpapier-Auswahl
  • Scalable Capital — Free Broker / Prime+ Modelle, breite Auswahl
  • ING / Comdirect / DKB — etablierte Banken, Sparpläne meist 0 € bei großen ETFs

Auf Sparplan-Gebühren achten: 0 € pro Ausführung ist Standard. Wer 1,5 % zahlt, verliert über 30 Jahre erheblich.

Rebalancing — wann nötig?

Bei einem einzelnen Welt-ETF brauchst du KEIN Rebalancing — die Marktkapitalisierung sorgt für die Gewichtung. Rebalancing wird nur relevant bei mehreren Bausteinen (z. B. 70 % MSCI World + 30 % Schwellenländer-ETF). Faustregel: einmal jährlich, bei Abweichung > 5 % zur Zielallokation.

Häufige Fehler beim ETF-Sparplan

1. Markt-Timing

„Ich warte auf den nächsten Crash, dann steige ich ein.“ 30 Jahre warten und nie investiert sein → schlechter als 30 Jahre durch alle Crashes durch investiert. Der Markt ist 70 % der Zeit im Aufwärtstrend.

2. In Krisen verkaufen

2008 hatte der MSCI World −40 %. Wer 2008 verkauft hat, verlor real. Wer durchgehalten hat, verdiente bis 2024 das Doppelte. Buy-and-Hold ist mathematisch und psychologisch unschlagbar.

3. Kosten ignorieren

Aktiv gemanagte Fonds mit 1,5 % TER kosten über 35 Jahre real ~30 % des Endkapitals. Welt-ETF mit 0,2 % TER kostet ~5 %. Daher: günstige ETFs sind der wichtigste Hebel.

4. Zu viele ETFs / Themenfonds

„Tech-ETF + Healthcare-ETF + Dividend-ETF + ESG-ETF + ...“ → viele Wetten, hohe Kosten, Korrelation steigt in Krisen. Ein Welt-ETF schlägt diese Konstruktion langfristig in 80 % der Fälle.

5. Sparplan vergessen oder pausieren

Bei jedem Lebensereignis (Hochzeit, Kind, Hauskauf) wird der Sparplan oft pausiert. Über 5 Jahre Pause kostet das ~30 % des späteren Endkapitals. Lieber niedrigere Sparrate weiterlaufen lassen.

Strategie: Buy-and-Hold + Sparplan

Die einfachste und langfristig erfolgreichste Strategie:

  1. Notgroschen 3 – 6 Monatsausgaben aufbauen (Tagesgeld)
  2. Welt-ETF auswählen (MSCI World oder FTSE All-World)
  3. Sparplan einrichten — bei Trade Republic oder Scalable kostenlos
  4. Sparrate dynamisch erhöhen (1 – 3 % p. a. mit Inflation/Karriere)
  5. 30+ Jahre nicht anfassen — Buy-and-Hold

Im Rechner kannst du verschiedene Sparraten und Anlagedauern durchspielen — besonders der Effekt einer dynamischen Sparrate ist beeindruckend.